Tipp 1: Nutze Bullet-Points und Listen nur da, wo sie sinnvoll und für den Informationstransport nötig sind.

Slides werden damit für die Zuhörer einfacher lesbar, sind schneller zu erfassen und wirken auch optisch ansprechender.

Listen empfehlen sich nur bei echten Aufzählungen, Reihungen oder in ganz explizit ausgewähltem inhaltlichen Kontext - wenn sie entsprechend begrenzt eingesetzt werden, wirken sie auch deshalb besser, da es für die Zuseher als Gestaltungselement wieder etwas "besonderes" ist.

 

Tipp 2: Maximal ein Gedanke bzw. Themenabschnitt pro Slide.

Mit einem gut durchdachten 'roten Faden' lässt sich mit bzw. während einer Präsentation eine Geschichte erzählen. Stück für Stück - also Slide für Slide - kann man sich diesen roten Faden erarbeiten. Dafür sollte jedoch kein Chaos durch zu viele Gedanken oder Themen auf einer Folie entstehen, das irritiert die Zuseher nur.

Bricht man seine Argumentationskette und die 'Storyline' auf entsprechende Strukturen und Einzelslides herunter, so lässt sich diese besser herleiten und der Zuschauer/-hörer kann jederzeit folgen.

Auch kann diese Vorgehensweise die Präsentation und Slides optisch 'leichter' und somit auch klarer verständlich machen, dazu in einem späteren Tipp mehr.

 

Tipp 3: Lesbare Schriften und Schriftgrößen nutzen.

Häufig zu beobachten: die hinteren Reihen des Auditoriums kneifen die Augen zusammen, um irgendwie die deutlich zu klein geratene Schrift entziffern zu können. Das ist nicht nur mühsam für die Betroffenen, sondern reduziert mit Sicherheit die Aufmerksamkeit und auf Dauer das Interesse an der Präsentation. Auch die Verwendung zu extravaganter und schwer lesbarer Schrift führt zu diesem Resultat.

Egal, welche Präsentationssoftware man nutzt: es gilt stets, sich in die Rolle des Zusehers zu versetzen. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte man im Präsentationsraum rechtzeitig vor seiner Präsentation testen, ob Schrift und Größe von hinten gut zu erkennen sind.

Mit presono bewegt man sich in zentral vorgegebenen Templates, hier gilt es schon bei der Erstellung zu beachten, dass die Font und Schriftgröße passen -- meist richten sich diese nach dem Corporate Design, bei dessen Erstellung dies schon berücksichtigt wurde. Der User kann anschließend nichts mehr verkehrt machen, da bei der Template-Erstellung bereits entsprechend Rücksicht auf diese Aspekte genommen wurde. Eine Sorge weniger - ist das nicht toll?

 

Tipp 4: Wenig Störfaktoren auf der Slide - achte auf Einfachheit und Übersichtlichkeit.

Erkennt man innerhalb weniger Sekunden, worum es bei der Slide inhaltlich geht oder hat einen Aha- bzw. Wow-Effekt? Wenn diese Frage mit "Nein" beantwortet wird, ist die Folie sicher zu voll. Egal ob zu viel Text, Bilder oder sonstige Inhaltselemente oder auch eine schlechte Gestaltung: in jedem Fall sollte eine Slide klar strukturiert sein, um in kürzester Zeit vom Zuseher/Zuhörer erfasst und grundsätzlich verstanden zu werden.

Dies sorgt dafür, dass Botschaften bzw. Inhalte rasch erfasst werden und der Präsentator inkl. Gestik, Mimik und Sprache viel stärker im Mittelpunkt steht, da nicht ewig auf die Folie gestarrt werden muss, um sie zu lesen bzw. zu verstehen.

 

Tipp 5: Erscheine rechtzeitig, damit Du in Ruhe alle technischen Dinge vorbereiten kannst.

Zu oft erlebt man es, dass der Laptop erst an den Beamer angeschlossen wird, wenn der eigentliche Startzeitpunkt der Präsentation ist. Die Suche nach dem richtigen Adapter, das nervöse Wechseln von Eingangskanälen des Beamers, die plötzlich unerwartet nötige manuelle Umstellung der Bildschirmauflösung uvm. werden unbeabsichtigt auf einmal Teil der Präsentation. Während es bei technisch-versierten Präsentatoren noch "nur" sehr unprofessionell wirkt, so kann es bei technisch nicht versierten Vortragenden schnell peinlich werden, wenn aus dem Auditorium Hilfe benötigt wird.

Dies lässt sich vermeiden, in dem man rechtzeitig anreist, so früh wie möglich in den Präsentationsraum kommt, bereits alles anschließt bzw. testet und möglicherweise bereits die Präsentation startet, um die Intro-Slide bildschirmfüllend anzuzeigen. Das ermöglicht auch, nochmal durchzuatmen, bevor es dann wirklich losgeht.

 

Tipp 6: Vermeide Diagramm-Chaos und verwirrende Darstellungen.

Drei Charts mit verschiedenen Balken, Linien, Punkten und daneben noch eine Legende, die einem Lexikon gleicht - so vermittelt man keine Fakten und Inhalte. Die Zuschauer werden eher irritiert sein von der Menge von Daten, ewig auf die Slide starren und am Ende trotz Erläuterungen verwirrter sein als zuvor. In Erinnerung behält so aufbereitete Daten niemand.

Diagramme sollten gezielt eingesetzt und entsprechend visuell aufbereitet werden: Die Legende kann meist drastisch reduziert, die Achsen-Details ausgeblendet und die Hälfte der dargestellten Daten bzw. Werte entfernt werden. Anschließend am Besten noch die Farben adaptieren, um ein homogenes Bild zu schaffen, welches nicht nach buntem Kinder-Farbkasten aussieht. Schon erhält man eine übersichtlichere Visualisierung, die rascher greifbar, verständlich und leichter erklärbar ist.

 

Tipp 7: Reduziere Ablenkungen in der Umgebung.

Der Fokus sollte auf demjenigen liegen, der vorne steht sowie auf dessen Slides (egal ob mit Screen, Beamer oder sonstigen Lösungen gearbeitet wird). In einem Klassenraum, der von den Schülern mit eigenen Werken verziert wurde, lässt sich dies schwer ändern oder vermeiden. Aber in Hochschulen oder Büros könnte man bei großen Fenstern, vor denen reges Leben herrscht, die Jalousien (zumindest zum Teil) schließen, ablenkende Unterlagen auf Pulten wegräumen, andere Utensilien zur Seite schieben bzw. aus dem Front-Bereich, in dem der Präsentator sich aufhält, alles Störende entfernen, zusätzliche Screens, die nicht benötigt werden abschalten (lassen)usw.

Ganz besonders wichtig ist es auch "Hinterlassenschaften" von vorherigen Besprechungen oder Vorrednern zu entfernen: Skizzen, Zeichnungen und Notizen aus anderen Besprechungen oder von anderen Vorträgen bzw. Präsentationen sind eine der Hauptattraktionen für den neugierigen Zuhörer/Zuschauer, der sich davon ablenken lässt. Beim Flipchart reicht es schon, die letzte Seite umzuschlagen, so dass nur ein leeres Blatt zu sehen ist, Tafeln und Whiteboards sollte man abwischen oder verdecken. Dies ermöglicht auch die möglicherweise spontan nötige Nutzung dieser analogen Medien.

 

Tipp 8: Lies Inhalte und Texte nicht ab.

Es geschieht nicht nur in (Hoch-)Schulen, sondern tagtäglich auch in unzähligen Business-Präsentationen uvm. - Texte auf Slides werden 1:1 abgelesen. Damit verwandelt sich die Präsentation in einen Vortrags-Monolog. Die Aufmerksamkeit der Zuhörer verliert man spätestens nach der zweiten solchen Folie.

Um Botschaften zu vermitteln und Inhalte - egal welchen Komplexitätsgrades - verständlich rüberzubringen, sollten nur einzelne Begriffe und Stichworte die Slide zieren und eine ausführliche Erklärung verbal durch den Präsentator erfolgen. Ihm und seinen Inhalten gilt die Aufmerksamkeit, wenn die Zuschauer/Zuhörer nicht gezwungen oder animiert sind, alles mitzulesen und zu verfolgen. Auch entsteht so eine freiere Rede und kompetentere Wirkung des Präsentators.

 

Tipp 9: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Bilder wecken Emotionen und können Themen viel rascher greifbar machen. Mit einem gut gewählten Foto und einer Reduzierung des Textes der Slide auf ein Wort oder eine Wortgruppe entsteht nicht nur eine professionellere Wirkung - es verbessert sich sofort die Gestaltung und Aussagekraft der Slide. Zusätzlich reduziert es die Gefahr der Nutzung von zu vielen anderen Inhalten oder Elementen auf der Folie (siehe Tipps 1, 4, 6, 8).

Doch Achtung - Medien unterliegen dem Urheberrecht und daher darf nicht einfach jedes x-beliebige Bild aus dem Internet genommen werden.

Unternehmen können hier erwägen, Ihren Mitarbeitern zentral ein gewisse Menge an Bildern zur Verfügung zu stellen.

 

Tipp 10: Vermeide Animationen von Inhaltselementen.

Hereinhüpfende Schriften, aufrollende Bilder, ständig wechselnde Folien-Übergänge sowie Clip-Arts, die schon lange auf einer Folie sind und auf einmal irgendwelche Drehungen vollführen, sind ein No-Go.

Animationen sollten nur in einem absolut minimalen Umfang benutzt werden. Beispielsweise beim stückweisen Aufbau und der Erarbeitung von Argumentationsketten. Hier kann es Sinn machen, Argumente nacheinander einzublenden oder Diagramme Auch eine schlichte Überblendung oder ein Weiterwischen von Slides ist in Ordnung, solange es ein einheitlicher Effekt ist, der in der gesamten Präsentation genutzt wird.

Jede andere und intensivere Nutzung von Animationen sollte der Präsentation, die man für die Oma zum 80. Geburtstag erstellt, vorbehalten bleiben. ;)

 

 

Bilder: shutterstock
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