Let’s take a break! Darum sind Pausen so wertvoll

23.09.2020

Wenn wir aufgeregt sind, plappern wir oft ohne Punkt und Komma. Die eigene Stimme überschlägt sich und die Zuhörer verlieren aufgrund erhöhter Sprechgeschwindigkeit irgendwann den Faden. Das gilt nicht nur für Gespräche in kleinen Gruppen, sondern vor allem auch für Reden vor Publikum. Dabei sind bewusst eingesetzte Pausen nicht nur ein effektives Mittel, um Nervosität zu bekämpfen, sie sind auch ein Erfolgsgarant für gelungene Präsentationen – denn sie geben dem Publikum Zeit, das Gehörte zu verarbeiten. Richtig gesetzt, können Sie vor allem auch die Wirkung Ihrer Worte enorm steigern. Welche weiteren Benefits Sie und Ihr Publikum aus den kurzen Ruhe-Phasen ziehen und wie Sie Pausen wirkungsvoll einsetzen können, verraten wir jetzt.

Ein wichtiges Mittel, um Ihr Publikum in den Bann zu ziehen, sind neben spannenden Inhalten eines: PAUSEN! Denn die sind dringend notwendig, um neue Informationen sacken zu lassen, mit Vorwissen abzugleichen, etwaige Unklarheiten zu formulieren und erste Ideen für die Nutzung des neu gewonnen Wissens zu sammeln. Bevor sich das halbe Auditorium also aufgrund eines heruntergespulten Informationsfeuerwerks selbst eine Pause gönnt, abschaltet und nicht mehr zuhört, sollten Sie bewusst kurze Sprech-, Denk- und Atempausen einlegen!

Pausen erzeugen Spannung

Pausen sind ein mächtiges Werkzeug, um in Vorträgen Spannung aufzubauen und zählen daher zu den wichtigsten Elementen für ein gelungenes Storytelling – denn durch Pausen entfaltet sich die Dramaturgie.

Präsentationsprofi Michael Moesslang gibt hierbei zu bedenken, dass die Wahrnehmung von Pausen jedoch sehr unterschiedlich ist. Sein Tipp: Eine Pause sollte ca. so lang sein, wie Sie gedanklich langsam bis drei zählen. Das mag Ihnen unendlich lang vorkommen, das Publikum empfindet das hingegen als angenehme und deutliche Pause. Kürzere Pausen merkt es kaum.

Um eine derartige Pause effektiv zu inszenieren, gehen Sie zu Beginn einer wichtigen Aussage zum Beispiel zur linken Seite des Publikums. Nutzen Sie dann den Weg zur rechten Seite des Publikums, um die Pause einzulegen und erst weiterzusprechen, wenn Sie auf der anderen Seite der Bühne angekommen sind. Lassen Sie Ihr Publikum dabei nicht aus den Augen – es wird garantiert fasziniert darauf warten zu erfahren, wie es weitergeht.

Lautstärke und Sprechgeschwindigkeit sind übrigens weitere Hebel, um die Dramaturgie Ihrer Präsentation zu steigern. Werden Sie an einer dramatischen Stelle langsamer und gleichzeitig leiser, steigt die Spannung ins Unermessliche.

Tipp: Auch das Pausieren muss man üben! Denn steht man erst vorm Publikum, werden Pausen aus gefühltem Zeitmangel oft weggelassen, Slides im Eiltempo durchgeklickt und das Sprechtempo erhöht. Probedurchgänge mit Kamera und Stoppuhr sind daher essentiell.

Pausen bieten eine Chance zur Verarbeitung von Informationen

Im Gegensatz zum geschriebenen Wort, kann man das gesprochene während einer Rede nicht noch einmal anhören. Sollte das Publikum den Informationen nicht sofort folgen können, ist eine gedankliche Verabschiedung leider oftmals die Folge. Es ist daher ratsam, nach längeren Abschnitten kurz zu pausieren und die wichtigsten Punkte zu wiederholen. Gönnen Sie Ihrem Publikum dabei auch eine optische Verschnaufpause und fügen Sie eine entsprechende Slide sein.

Die wichtigsten Dos & Don’ts für außergewöhnliche Slides inklusive „Pause“-Folie finden Sie hier!

Wichtig: Zentrale Infos, Argumente und Aussagen können ebenfalls durch eine darauf folgende Pause herausgestrichen werden. Somit erhört sich außerdem die Chance, dass sich Ihre Botschaft im Unterbewusstsein Ihrer Zuhörer verankert.

Pausen erlauben eine Kontakt-Aufnahme mit dem Publikum

Um eine direkte Verbindung mit dem Publikum eingehen zu können, reicht es nicht einfach nur einen flüchtigen Blick auf dieses zu werfen. Sie müssen mit Ihren Zuhörern unmittelbar in Kontakt treten, ihnen in die Augen blicken, sie anlächeln. Das führt dazu, dass Ihr Energie-Level in die Höhe schnellt und sich jeder einzelne im Publikum angesprochen fühlt. Was es dafür braucht? Eine Pause! Diese können Sie übrigens auch bereits vor Ihrer Präsentation einlegen und zum Start einen ruhigen Blick in die Runde werfen. Der Effekt: Es wird mucksmäuschenstill.

Sprechpausen können Ihnen aber nicht nur dabei helfen, die Aufmerksamkeit des Publikums zu erlangen. Sie können diese auch sehr gut dazu nutzen, um Ihre Gedanken zu strukturieren, den „roten Faden“ wiederzufinden, sich zur Projektionsfläche und wieder zurück zu drehen oder zwischendurch einfach mal tief Luft zu holen.

Probieren Sie es aus! Sie werden erstaunt sein, was Sie mit gezielten Pausen alles bewirken können. Wir wünschen Ihnen dabei viel Erfolg!